EU-Verfassung
Europa in schlechter Verfassung
Ende Oktober 2004 haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder
den im Juni 2004 verabschiedeten EU-Verfassungsvertrag feierlich in Rom
unterzeichnet. Damit steht dieser Vertrag jetzt zur Ratifizierung an,
in Deutschland durch Bundestag und Bundesrat. Die Bundesregierung plant
der Presse zufolge einen "kurzen Prozess".
Das Vertragswerk ist hierzulande inhaltlich zwar wenig bekannt, anscheinend
aber dennoch weithin akzeptiert. So hofft man, bis zum Frühjahr alles über
die Bühne zu bringen.
Das Bonner Friedensbündnis nimmt diese Eilfertigkeit mit großem Befremden
zur Kenntnis. Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass die Sache
im Rücken der Bevölkerung durchgezogen werden soll. Der zu ratifizierende
Vertragstext beinhaltet eine unübersehbare Weichenstellung in Richtung
Entdemokratisierung, Sozialabbau und weltweite Kriegseinsätze.
Mit ihrem Nein zum EU-Verfassungsvertrag haben Franzosen und Niederländer
die EU-Supermacht-Träume vieler Angehöriger der politischen Klasse fürs
Erste zerrissen. Dennoch: Mit der auf dem Krisengipfel vom 17./18.06.05
verordneten "Denkpause" ist für die KritikerInnen der Neoliberalisierung
und Militarisierung per Verfassungsvertrag bestenfalls ein Zwischenziel
erreicht. Soll doch diese Denkpause vor allem für effektivere Propaganda
und für Änderungen der bestehenden Verträge im Geiste des Verfassungsvertrags
genutzt werden.
Über das Menü links finden Sie weitere Hintergrundinformationen, Argumentationshilfen
und die Veröffentlichungen des Bonner Friedensbündnisses zum Thema EU-Verfassung.
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