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Generalanzeiger Bonn Online, 28.03.2003 Licht für Licht wächst der stille Protest Rund 500 Menschen formen die Lichterkette auf dem Bonner Münsterplatz - Weitere Aktionen am Samstag Von Florian Ludwig Bonn. Vorbei die Zeiten, in denen die Menschen schnell und zahlreich für Friedens-Demonstrationen zu gewinnen waren? Oder schreckt das große Zelt der Bonner Immobilien-Messe ab? Zunächst war am Freitag die Zahl derer verschwindend gering, die sich um 19 Uhr am Münsterplatz einfanden, um eine Lichterkette für den Frieden auf die Beine zu stellen. Dabei sollte diese Kette nach Vorstellungen der Organisatoren die gesamte Innenstadt einschließen und mehrere Blocks "umzingeln". Aber dann. Die Bonner zeigten sich spontan. Licht um Licht wurde die Kette von Minute zu Minute länger und länger. Am Ende werden es nach Schätzungen der Polizei bis zu 500 gewesen sein, die sich an der Aktion beteiligten. Die Menschenschlange reichte vom Münster aus die Remigiusstraße hinauf, rechts in Richtung Uni und wieder rechts, entlang der Straße Am Hof bis zurück zum Münster. Lichter und Menschen für den Frieden. Entsprechend zufrieden äußerte sich schließlich Stephan Lauf vom Organisationsteam. "Es war nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten - aber auf die Größe und die Zahl der Menschen kommt es letztlich nicht an", sagte er. Um die Botschaft ging es. Und die war klar. Gegen den Krieg im Irak und für Frieden unter den Menschen. Still, ohne lautstarke Kundgebung und ohne Plakate mit politischen Vorgaben. "Jeder sollte mitmachen können. Damit die ganze Breite des gesellschaftlichen Konsenses gegen den Krieg deutlich wird", so Lauf. Organisiert sei wenig gewesen. Mehrere hundert Kerzen reichten zur Vorbereitung. Dazu die Spontaneität der Bonner: "Ihr müsst mal unsere Lücke übernehmen - wir suchen eine andere Lücke". Und fertig ist die Lichterkette. Die Veranstaltung in der Innenstadt geht zurück auf die Protestaktion am vergangenen Samstag, bei der nach Polizeiangaben über 3 000 Demonstranten die Innenstadt bevölkerten, darunter viele Schüler und Studenten. Im Anschluss an diese Aktion hatten sich Vertreter vieler Organisationen, Schüler und engagierte Einzelpersonen im "Kult 41" getroffen, um weitere Aktionen gegen den Irak-Krieg zu koordinieren. Dabei wurde auch die Lichterkette am Freitag beschlossen. Bereits am Samstag gehen die Proteste gegen den Krieg weiter. "Frieden für Irak und Palästina" wird auf einer Demonstration mit anschließender Kundgebung am Rheinufer gefordert. Treffpunkt ist um 12 Uhr in Höhe der Beethovenhalle. Veranstalter sind deutsche, palästinensische, kurdische und griechische Organisationen (http://www.bonn.internationalismus.net/). Um 16 Uhr geht die Aktion auf dem Marktplatz weiter - mit einem Protestkonzert gegen den Krieg. Die Bonner Bands "Mirrorball", "Grießgram", "Last minute for free" und "The Cinning" spielen auf der Bühne direkt vor dem Rathaus. Alles unter dem Motto "Rock against rockets - Musik will Frieden". Organisiert wird das Konzert von Schülerinnen und Schülern in enger Zusammenarbeit mit dem Bonner Friedensbündnis (http://www.frieden-bonn.de/). Jeder ist aufgerufen und eingeladen, sich an den friedlichen Protesten zu beteiligen. (28.03.2003) Brennende Kerzen verbanden am Freitagabend die unterschiedlichsten Menschen, die sich im stillen Protest in den Straßen der Stadt aufreihten. Foto: Barbara Frommann |