Express Bonn Online, 23.03.2003

5000 Bonner sagten Nein zum Irak-Krieg

Demo vorm Münster: Friedensfahnen, Sprechchöre, Infos und Peace-Plakate

Von MARION STEEGER


5000 kamen zur Friedensdemo auf dem Münsterplatz. (Foto: Schwaiger)

Bonn – Ein Meer aus „No war“-Plakaten, Transparenten mit Friedenstaube oder Peace-Zeichen. 5000 Bonner demonstrierten am Samstag auf dem Münsterplatz gegen den Krieg im Irak.

Auch Felix hatte sich ein „Stoppt den Krieg“-Schild auf den Rücken geklebt. Der Schüler (14) war schon am Donnerstag bei der ersten Demo dabei: „Auch wenn Bush schon losgeschlagen hat: Ich will trotzdem zeigen, dass ich diesen Krieg einfach nur ätzend finde.“

Wieder waren es jede Menge Schüler, die die Demo für das Friedensforum zu einem „großen Erfolg“ machten. In Grüppchen standen sie zusammen, pinselten kurz vor Beginn der Protestaktion noch an ihren Plakaten herum, zündeten Kerzen an, malten sich gegenseitig das Peace-Zeichen ins Gesicht.

Natürlich waren auch „erfahrene“ Friedensdemonstranten dabei. Wie Werner Esser. Der SPD-Politiker hatte einen alten Sticker ausgegraben. Vom 10. 10. 1981. „Gegen atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen“ hieß damals der Slogan bei einer der größten Demos in Bonn.

Friedliches Happening plus politische Reden. Vor allem Bernd Klagge vom Friedensbündnis mobilisierte die Massen mit Sätzen wie: „Wer hat Bush zum Präsidenten des Planeten gewählt? Entwaffnet die USA.“ Riesenjubel.

Umlagert auch wieder die Plakat-Wand. Hier konnten die Bonner auf bunten Zetteln ihrem Frust, ihrer Wut freien Lauf lassen. „Werft Bush statt Bomben“ oder „Wie soll aus Krieg Frieden entstehen“ stand da.

Peinlich nur der „Kleinkrieg“ um einen Auftritt von OB Bärbel Dieckmann. Laut Friedensforum hat Bonns OB jetzt doch keine Rede gehalten, weil man sich nicht über das Thema Sperren des deutschen Luftraums für US-Militär einigen konnte. Doch EXPRESS erfuhr, dass es innerhalb des Friedensforums einfach nur Abstimmungshickhack gab.